22. Januar 2020 Diskussion/Vortrag »Alles war Schauspiel«

Ernst Jünger zwischen Dandytum und Faschismus

Information

Veranstaltungsort

TU Chemnitz, Weinholdbau
2/W37
Reichenhainer Str.
09126 Chemnitz

Zeit

22.01.2020, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus

Zugeordnete Dateien

Mit Moritz Liewerscheidt (freier Künstler und Filmemacher), Dr. Frank Schale (Moderation)
Eine gemeinsame Veranstaltung des Referates für Antidiskriminierung des Student_innenrates der TU Chemnitz und der RLS Sachsen

Der Name Ernst Jünger ist längst zur geraunten Chiffre geworden, an der sich Gegner wie Verehrer als Eingeweihte erkennen. Den Einen gilt der als »umstritten« Berüchtigte als »Wegbereiter des Nationalsozialismus« und »eiskalter Wollüstling der Barbarei« (Thomas Mann), als Kriegsverherrlicher und Galionsfigur der »Neuen Rechten«, den Anderen als »aktiver Nazigegner« (Hannah Arendt), Surrealist, Dandy und Ästhet. In Frankreich hingegen, so betonte schon Jünger selbst gern, sei die literarische Rezeption seines Werkes weniger von politischer Diskussion überlagert als in Deutschland.

In enger Rückbindung an Jüngers Texte bemüht sich Moritz Liewerscheidt in seinem Vortrag um eine kritische Einführung in das Werk Ernst Jüngers (1895-1998), anhand dessen sich exemplarisch die mentalitätsgeschichtliche Konstellation und Entwicklung einer um die Jahrhundertwende geborenen Generation von – mindestens zeitweise – mit dem Faschismus sympathisierenden Schriftstellern und Intellektuellen nachvollziehen lässt, deren spätere Haltung zum »Dritten Reich« wesentlich davon abhing, ob sie dieses als heroischen Versuch der Überwindung des modernen Rationalismus deuteten – oder aber als Fortführung und Verschärfung desselben.

Moritz Liewerscheidt ist freier Künstler und Filmemacher im Bereich des Essay- und Experimentalfilms. Er studierte Philosophie und Geschichte in Düsseldorf und Medienkunst in Köln. In Vorbereitung eines Essayfilms beschäftigte er sich intensiv mit dem Werk Ernst Jüngers.

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RLS Sachsen

Telefon: +49 371 275893 72