21. November 2017 Diskussion/Vortrag Freihandel und Flucht

Information

Veranstaltungsort

ARBEIT UND LEBEN Sachsen e.V.
Löhrstraße 17
04105 Leipzig

Zeit

21.11.2017, 18:00 - 20:00 Uhr

Themenbereiche

International / Transnational, Staat / Demokratie

Zugeordnete Dateien

Mit Werber Rätz (Attac)
Eine Veranstaltung von ARBEIT UND LEBEN Sachsen, gefördert durch die RLS Sachsen.

Freihandel soll Wachstum schaffen, Arbeitsplätze und Einkommen, davon scheint alle Welt überzeugt. US-Präsident Trump glaubt auch an dieses Wachstum, nur eben, dass zu viel davon bei anderen Staaten und zu wenig in den USA ankomme.
Ein genauerer Blick auf das anscheinend so Selbstverständliche lohnt sich. Mexiko unterzeichnete vor mehr als zwei Jahrzehnten ein Freihandelsabkommen mit den USA und Kanada, wurde ärmer und viele Menschen verließen das Land in Richtung USA. Der angestrebte Mauerbau Trumps gegenüber Mexiko als daraus resultierende Folge ist bekannt.
In mehreren afrikanischen Staaten wurden lokale Agrarmärkte unter der Konkurrenz europäischer Billigprodukte zerstört. Sogenannte Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) zwingen fast allen Ländern in Afrika ein Handelsregime auf, das Armut, Einkommens- und Perspektivlosigkeit sowie Landflucht fördert. Diejenigen, die das Geld aufbringen können oder die nichts mehr zu verlieren haben, versuchen nach Europa zu gelangen. Dort werden sie als „Wirtschaftsflüchtlinge“ stigmatisiert und möglichst rasch wieder zurück geschafft.
Dieser Kreislauf ist nicht nur zutiefst unmenschlich, er ist für die europäischen Staaten auch wirtschaftlich unnötig. Nur zwei Prozent des deutschen Außenhandels gehen nach Afrika, im europäischen Durchschnitt ist es ähnlich. Dagegen ist Europa für viele afrikanische Länder die wichtigste Handelsregion. Eine faire Partnerschaft könnte vielen Menschen die Aussicht auf eine stabile Lebenssituation in ihrer Heimat geben und damit die Chance, dort zu bleiben.

Standort