10. April 2021 Film Wo der Himmel aufgeht

Ein Film gegen das Vergessen

Information

Veranstaltungsort

Weltecho (Kino)
Annaberger Straße 24
09111 Chemnitz

Zeit

10.04.2021, 19:00 - 21:00 Uhr

Themenbereiche

Deutsche / Europäische Geschichte, Erinnerungspolitik / Antifaschismus, Neonazismus / Rassismus, Krieg / Frieden

Zugeordnete Dateien

Mit Tobias Kriele (Filmproduzent)
Eine Veranstaltung des Weltecho in Kooperation mit der RLS Sachsen

Dieser interessante Film ist eine mahnende Erinnerung an das Unrecht, die Verbrechen und die menschenverachtende Ideologie des Faschismus. Da es immer weniger Zeitzeugen gibt, die aus eigener Erfahrung berichten können, kommen auch Kunst und Kultur eine besondere Rolle zu, um die Lehren der Geschichte weiterzugeben. In diesem Jahr jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 75. Mal. Eine gute Gelegenheit, Geschichtsbewusstsein, mitmenschliche Sensibilität und und politisch-demokratische Orientierung wach zu halten in unserer heutigen Zeit und in Chemnitz. Deutschland ist das Land der Täter, uns kommt demnach eine besondere Verantwortungsrolle zu.
Eine jüdische Bürgerin, die Dank der Musik das faschistische Vernichtungslager Auschwitz überlebte, ein christlicher und ein muslimischer Musiker, alles deutsche Staatsbürger, sprechen und musizieren gegen Neofaschismus, Krieg, Rassismus, Hetze und Hass. 
Der Film „Wo der Himmel aufgeht“ ist der Bericht über die Konzerttour von Esther Bejarano und der Band Microphone Mafia nach Kuba im Januar 2018. Der Film macht hier ein besonderes Angebot. Gedreht in spanischer Sprache mit deutschen Untertiteln, dokumentiert er, wie Esther Bejarano mit 92 Jahren ihren Wunsch verwirklicht, auf Kuba Konzerte zu geben. Die Begeisterung des kubanischen Publikums ist dabei im Film eindrucksvoll spürbar. Bei einem Besuch Esther Bejaranos in der jüdischen Gemeinde in Havanna betonten die Gastgeber, dass die Mitglieder ihrer Gemeinde in Kuba ihre Religion frei leben könnten; Antisemitismus sei ihnen unbekannt.b
Der junge Kubaner Jorgito, der während der Spezialperiode in Kuba mit einer beidseitigen spastischen Lähmung (Infantile Zelebralparese) geboren wurde und mit der Unterstützung des kubanischen Gesundheits- und Bildungssystems Journalist werden konnte, führt ein Interview mit Esther Bejarano. Mit ihm teilt sie ihre Erinnerungen an den Faschismus in Deutschland; und Jorgito erzählt von den Sorgen der Menschen über die Rechtsentwicklungen in der Gegenwart. 
Tobias Kriele hat acht Jahre in Kuba studiert, gearbeitet und gelebt, er kann Konkretes zur Entstehung des Films, über die Arbeit mit Esther Bejarano und allgemein über Kuba berichten.
Dem Film „Wo der Himmel aufgeht“ gebührt in der heutigen gefährlichen Situation nicht nur in Deutschland eine besondere Aufmerksamkeit. Er ist mahnende Erinnerung an das Unrecht, die Verbrechen und die menschenverachtende Ideologie des Faschismus – vor allem, wenn Zeitzeugen, die aus eigener Erfahrung berichten können, immer weniger werden. Neben Geschichtsbüchern bekommt dann der Kunst und der Kultur eine besondere Rolle zu, um die Lehren der Geschichte weiterzugeben. 
Dieser Film setzt ein Zeichen für ein solidarisches Miteinander, für mehr Menschlichkeit, Freiheit und Gleichheit, für das Bekenntnis zu Demokratie und für Frieden.

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Kontakt

RLS Sachsen

Telefon: +49 371 275893 72