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12. November 2025: Diskussion/Vortrag : Unser Saatgut in Gefahr durch Patente?

Globale Kämpfe um die Kontrolle der Nahrungsmittelerzeugung

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Wir AG
Martin-Luther-Straße 21
01099 Dresden

Zeit
12.11.2025, 19:00 - 21:00 Uhr
Themenbereiche
Kapitalismusanalyse, Sozialökologischer Umbau, Wirtschafts- / Sozialpolitik
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

Mit Christoph Then (Biologe)

Eine Veranstaltung von Sachsen im Klimawandel, attac – Regionalgruppe Dresden und der RLS Sachsen

 

Samen kaufen, das Korn ins Erdreich legen, die Pflanze beim Wachsen begleiten, den Ertrag auf dem Markt verkaufen – so einfach scheint Landwirtschaft zu funktionieren. Mitnichten. Denn längst ist Saatgut nicht mehr nur Gemeingut. Viele wissen nicht: Es gibt Patente auf Lebewesen. Das Konzept zur Patentierung lebender Materien wurde erstmals in den 1980er Jahren in den USA angewandt. Von knapp 120 Patenten auf Pflanzen im Jahr 1990 stieg diese Zahl im Jahr 2015 auf 12.000 an (Quelle: „Unser Saatgut in Gefahr“, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2025).

Saatgut ist die Grundlage unserer Ernährung – und zugleich ein Milliardengeschäft. Immer weniger Konzerne beherrschen den Markt, kontrollieren Sortenrechte und sichern sich Patente auf Pflanzen und sogar auf einzelne Gene. Bayer, Corteva, Syngenta Group und BASF besitzen zum Beispiel 97 Prozent der geistigen Eigentumsrechte für Raps und 95 Prozent für Mais (Quelle: „Unter Saatgut in Gefahr“, Rosa-Luxemburg-Stiftung, 2025). Was früher Allgemeingut war, wird heute privatisiert: Landwirt*innen dürfen vielfach ihr eigenes Saatgut nicht mehr nachbauen. Diese Konzentration gefährdet nicht nur die Artenvielfalt, sondern auch die Unabhängigkeit von Bäuer:innen weltweit. Statt Vielfalt und freie Nutzung durch alle wird Saatgut zunehmend zur Ware im Besitz weniger multinationaler Unternehmen.

Der Biologe Christoph Then kritisiert die Folgen dieser Monopolisierung für Züchtung und Vielfalt. Er zeigt, wie Patente und Konzernmacht die Landwirtschaft verändern – und welche Rolle dabei die „Neue Gentechnik“ spielt, die aktuell in Brüssel diskutiert wird. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für Fragen und Diskussion.

Standort

Kontakt

RLS Sachsen

Telefon: +49 341 96085 31

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