Nachricht | "Neue" politische Unübersichtlichkeiten

Veranstaltungsreihe im Oktober und November in Chemnitz, Dresden, Leipzig und Online

Spätestens  seit  dem  Einzug  der  extrem  rechten  AfD  in  den    Bundestag  scheint  es,  als  habe  sich  die  politische  Landschaft  in Deutschland grundlegend verändert. Rassistische, sozial­dar winistische und antifeministische Narrative begegnen uns verstärkt in Protestbewegungen, den Parlamenten und auf   Social­Media;  Ideologien  gruppenbezogener  Menschenfeindlich­
keit finden weiter Einzug in den gesellschaftlichen Diskurs.

Nicht erst seit Beginn der Corona­Krise wird deutlich, dass  Vorstellungen der extremen Rechten auch mit der Agenda   vermeintlich  linker  Akteur*innen  und  Gruppen  vereinbar  sind.    Teile  der    extremen  Rechten  greifen  die  soziale  Frage  auf  und  nähern  sich  linken  Aktionsformen  an,  um  sie  mit  ihren  Inhalten  zu  besetzen. Sie propagieren einen völkischen „Antikapitalismus“ oder „ solidarischen Patriotismus“. Gleichzeitig bewegen sich konservative  Kräfte  inhaltlich  auf  den  neoliberalen  und  markt­radikalen  Teil  der  AfD  zu,  in  dem  Glauben  dadurch  verlorene    Wähler*innen  zurückzugewinnen.  Die  Linien  vorgeblich  trenn­barer politischer Gruppen scheinen sich zunehmend aufzu lösen. Es  stellt  sich  allerdings  die  Frage:  sind  diese  Entwicklungen  tatsächlich  ein  neues  Phänomen  oder  lassen  sich  historische   Kontinuitäten nachweisen?

Um Licht ins Dunkel dieser ideologischen Wirrungen zu bringen, veranstaltet die Rosa­Luxemburg­Stiftung Sachsen die Reihe „Neue“ politische Unübersichtlichkeiten.

Wir  wollen  den  historischen  Querfrontbegriff  und  aktuelle,  ver­meintlich „antikapitalistische“ Bestrebungen einiger extrem rechter  Akteur*innen  analysieren.  Wir  werfen  einen  Blick  auf  die  Radikalisierung  konservativer  Kräfte  und  die  Anschlussfähig­keit von Ideologien gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit an die  sogenannte  „Mitte  der  Gesellschaft“.  Wir  beschäftigen  uns  mit  Ideologien,  bei  denen  vermeintlich  klar  definierte   Grenzen   zwischen  „links“  und  „rechts“  verschwimmen  und  zeigen  auf,  wo in als links wahrgenommenen Ideologemen repressives, autoritäres  Poten  zial  verborgen  liegt.  So  soll  eine  selbstkritische    Auseinandersetzung  mit  dem  eigenen  Menschen­  und  Weltbild  ermöglicht werden.


Folgende Veranstaltungen sind Teil der Reihe:

"Weder links, noch rechts?" Das Konzept Querfront - Vortrag und Diskussion

Von Kraken, Kapitalisten und Kriegstreibern - Anschlussfähigkeit von antisemitischen Denkmustern in linken Strukturen - Workshop

Antifeminismus - Was ist das (nicht)? - Vortrag und Diskussion

Das Comeback von Sozialdarwinismus und Biologismus - Vortrag und Diskussion

Radikalisierter Konservatismus - Vortrag und Diskussion

Was ist Antikapitalismus von rechts? - Vortrag und Diskussion