Titelstory
Der Podcast der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen
Ein Podcast für alle, denen in aktuellen Debatten die linke Perspektive fehlt.
Wir sprechen mit Expert*innen über aktuell stark diskutierte Themen und beleuchten Hintergründe. Einmal im Monat, immer am letzten Dienstag des Monats.
Zu hören überall da, wo es Podcasts gibt.
Folge 30 - Mit Vergesellschaftung raus aus der Vielfachkrise?
Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Wirtschaftspolitik.
In dieser Folge spricht Jan Theurich mit der Politikwissenschaftlerin Sabine Nuss über die Möglichkeiten und Grenzen antifaschistischer Wirtschaftspolitik.
Ökonomische Krisen, steigende soziale Unsicherheit und der Abbau öffentlicher Leistungen prägen den Alltag vieler Menschen. Gleichzeitig erstarkt die politische Rechte – die jüngsten Wahlergebnisse zeigen das deutlich.
Doch wie hängen soziale Unsicherheit und der Aufstieg der politischen Rechten zusammen? Und welche Antworten kann eine antifaschistische Wirtschaftspolitik darauf geben? Müsste eine antifaschistische Politik nicht viel stärker eigene Themen und Perspektiven setzen, statt sich immer wieder an den Themen und Forderungen der Rechten abzuarbeiten?
Wir sprechen darüber, welche Möglichkeiten und Grenzen staatliche Sozialpolitik angesichts verschärfter Standortkonkurrenz im globalen Kapitalismus hat. Und wir fragen, wo sozialpolitische Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen und weitergehende Veränderungen notwendig werden: Inwiefern kann der Kampf für die Vergesellschaftung von Produktionsmitteln, Grund und Boden sowie Naturschätzen sozialpolitische Kämpfe ergänzen und Perspektiven für einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel eröffnen?
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erscheint am 25.08., 13 Uhr:
Folge 29 - Ist das Bafög noch ein Instrument gesellschaftlicher Teilhabe?
In dieser Ausgabe geht es um den möglichen Niedergang einer Institution. Gemeint ist das Bafög, das Bundesausbildungsförderungsgesetz, das eine staatliche Geldhilfe für Schüler*innen und Studierende vorsieht mit dem Ziel, dass jede*r eine Ausbildung machen kann – unabhängig von der Herkunft.
Es ist am 1. September 1971 in Kraft getreten. Das Bafög ist mehrmals reformiert und auch mehrfach erhöht worden. Zuletzt hat die Bundesregierung die 30. Bafög-Novelle auf den Weg gebracht – am 12. August dieses Jahres.
Die Kritik daran ist enorm: zu spät, zu niedrig, zu ungerecht. Ist das Bafög noch ein Instrument gesellschaftlicher Teilhabe? Darüber spricht Vera Linß mit Andreas Keller, Vorstandsmitglied für Hochschulen und Forschung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
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Folge 28 – Was ist der zweite NSU-Prozess?
„Kein Schlussstrich“ – unter diesem Motto fordern Betroffene, Angehörige und Initiativen seit Jahren eine umfassende Aufarbeitung der Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und seines Unterstützungsnetzwerks. Denn bis heute sind viele zentrale Fragen ungeklärt: Wie groß war das Unterstützungsnetzwerk tatsächlich? Welche Rolle spielten staatliche Behörden, insbesondere der Verfassungsschutz? Und warum wurden Beweise vernichtet oder Spuren verwischt, die eine vollständige Aufklärung hätten ermöglichen können?
Mit dem Urteil gegen Susann Eminger am 17. Juli 2026 ist das sogenannte zweite NSU-Verfahren zwar abgeschlossen – viele Menschen sehen darin jedoch keinen Schlusspunkt. Das Oberlandesgericht Dresden verurteilte Eminger wegen Unterstützung des NSU-Kerntrios zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung, ohne weitere Auflagen. Für zahlreiche Opfer und Angehörige fühlt sich dieses Urteil eher wie ein Freispruch als wie eine angemessene Verurteilung an.
Über den NSU, den versuchten Mordanschlag auf Serkan Yildirim, den zweiten NSU-Prozess gegen Susann Eminger sowie die Rolle von Justiz und Zivilgesellschaft bei der Aufarbeitung rechten Terrors sprechen wir mit Jörg Buschmann vom NSU-Dokumentationszentrum Offener Prozess in Chemnitz.
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Folge 27 - Beeinträchtigen (Qualitäts-)Medien den demokratischen Diskurs?
Medien haben in der Demokratie die Aufgabe, einen Diskursraum zu schaffen und die Mächtigen zu kontrollieren. Doch wie gut werden sie dieser Rolle gerecht in Zeiten von finanziellem und politischem Druck? Die Kommunikationswissenschaftlerin Nadia Zaboura sieht die Arbeit der Medien kritisch. Sie wirft ihnen vor, zum Comeback neofaschistischer Ideen und Parteien beizutragen und macht dies konkret an bestimmten journalistischen Praktiken fest.
Darüber und was anders werden muss, spricht Vera Linß mit Nadia Zaboura.
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Folge 26 - Sichtbarkeit trotz Unsicherheit? Wie beeinflussen rechte Mobilisierungen sächsische CSDs?
In Folge 26 sprechen wir mit der Politikwissenschaftlerin Lea Bellmann. Gemeinsam mit Bastian Stock hat sie die Studie „Sichtbarkeit und Sicherheit – Die Auswirkungen rechter Gegenmobilisierungen auf Pride-Teilnehmende in Sachsen“ veröffentlicht. Die Studie entstand in Kooperation der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen mit der Agentur für Aufklärung und Demokratie e.V., dem Kulturbüro Sachsen e.V. sowie Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V.
Es geht um rechte Gegenmobilisierungen bei CSDs und Pride-Veranstaltungen in Sachsen, Sicherheitsgefühle und Angsträume von Teilnehmenden, über Gewalt- und Bedrohungserfahrungen, sowie über die Bedeutung von Solidarität und Empowerment innerhalb queerer Communitys und deren Verbündeten. Grundlage der Studie ist eine Umfrage unter mehr als 2.700 Teilnehmenden der Pride-Saison 2025 in Sachsen.
Die Studie ist online verfügbar unter: Sichtbarkeit und Sicherheit
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Folge 25 - (Wie) Lässt sich der Pflegenotstand in Deutschland beheben?
Der Pflegenotstand schreibt beängstigende Zahlen. 5,7 Millionen Menschen waren 2023 hierzulande pflegebedürftig, Tendenz steigend. Doch gleichzeitig fehlen in Deutschland bis zu 690.000 Pflegekräfte. Auch deshalb, weil über eine Million Menschen, die eine Ausbildung im Pflegebereich haben, dort nicht mehr arbeiten - wegen der Bezahlung, vor allem aber wegen der schlechten Arbeitsbedingungen. Und wer einen doch Pflegeplatz findet, muss tief in die Tasche greifen: Der Eigenanteil im Pflegeheim beträgt aktuell im Bundesdurchschnitt 3245 € pro Monat. Wo liegen die Ursachen für diese desaströse Situation? Und lässt sich das überhaupt noch reparieren? Darüber spricht Vera Linß mit Jonas Leuwer. Er ist Pfleger, studiert berufsbegleitend Pflegewissenschaften und ist aktiv als Gewerkschafter in Dresden.
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Folge 24 - Iran: Krieg und Demokratie – passt das überhaupt zusammen?
Der Krieg gegen den Iran wirft grundlegende Fragen auf: Kann militärische Eskalation überhaupt demokratischen Wandel ermöglichen, oder verhindert sie ihn?
In den medialen Debatten hierzulande geht es oft um eine völkerrechtliche Bewertung. Während ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages die Angriffe der USA und Israels jüngst als völkerrechtswidrig einstufte und auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier diese Einschätzung teilt, bleibt die Bundesregierung auffallend zurückhaltend.
Und auch die Rolle der USA und Israels wirft Fragen auf: Was ist eigentlich das Ziel? Regimewechsel oder schlicht Kontrolle über die Öl- und Gasreserven? Während geopolitische Interessen zu dominieren scheinen, sind es vor allem die Menschen im Iran, die die Konsequenzen tragen.
Doch die entscheidenden Fragen liegen im Inneren des Iran: Was bedeutet der Krieg für die Opposition, für die Zivilgesellschaft und für die Chancen auf demokratischen Wandel? Wird der Druck von außen Veränderung ermöglichen, oder stärkt er am Ende sogar das Regime?
Darüber sprechen wir in dieser Folge mit der deutsch-iranischen Menschenrechtsaktivistin, Journalistin und Autorin Daniela Sepehri.
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Folge 23 - Ist der Osten mit Oststolz zu retten?
Zuschreibungen, wie der Ostdeutsche vermeintlich tickt, haben aktuell wieder Hochkonjunktur. Sie kommen aus Ost wie aus West, sind meist wenig schmeichelhaft und selten zutreffend. Doch was lässt sich dem entgegensetzen? Oder brauchen wir vielleicht doch ein „Ost-Narrativ“ und wenn ja, dann welches? Vera Linß spricht darüber mit dem Autor, Youtuber und Journalist Alexander Prinz, der in seinem Buch „Oststolz“ für ein neues Selbstverständnis plädiert.